Hygge, runde Tische und Neudenker!

Was ist den Hygge, fragte ich mich, als meine Tochter mir darüber berichtete. Und? Wissen Sie es? Vermutlich auch nicht, oder?

 

Hygge ist dänisch. Man findet es überall. Familie und Freunde sind Hygge. Kerzenschein ist Hygge. Auch stundenlang gemeinsam essen kann Hygge sein. Hygge steht einfach für alles, was Wohlbefinden hervor ruft. Daher gelten die Dänen wohl auch als besonders glücklich. Hygge ist eben typisch dänisch. 

 

So etwas Typisches ist mir auch bei meinem Kurzurlaub zum Jahresende in Renesse an der holländischen Nordseeküste begegnet. Dort findet man sich nach einem ausgiebigen Strandspaziergang bei einstelligen Temperaturen gern in einem der Strandstelzenhäuser ein. Ein Chocomel, Cappucchino oder auch Pfannkuchen sind dann besonders lecker. 

In den letzten zwei Jahren habe ich mich immer gefragt, was diese besondere Atmosphäre dort ausmacht. Diesmal wurde es mir klar:

 

in jedem dieser Häuser standen im Gastraum einige Tische für sechs bis acht Menschen, in der Mitte ein großer runder Tisch und nur wenige Tische für zwei oder vier Menschen. Geselligkeit wurde groß geschrieben. Mehrere Generationen saßen häufig zusammen, man konnte den Spaß förmlich spüren, den diese Menschen bei der Gemeinsamkeit hatten. Familie wurde groß geschrieben.

 

Auch uns steckte das quasi an. 

 

Eine ganz wundervolle Freude erfüllte den Raum.

 

Irgendwie Hygge...

 

Heute nun sprach ich im beruflichen Kontext mit einer Dame, die in der näheren Vergangenheit mehrere Gespräche geführt hatte mit ihrem Vorgesetzten. Sie verzettelte sich in Details, räumte ständig Büromöbel um, sammelte alles, lies jedoch wichtige Aufgaben unerledigt und "flüchtete" ins Büroblumengießen. 

 

Die Bitte, die gestellten Aufgaben zu erledigen, blieb ungehört.

 

Da sie eine Herzkrankheit mitbrachte, hatte bisher noch niemand dieser Kollegin berichtet, was das Verhalten für die, auf die Ergebnisse angewiesenen, Anderen bedeutete. 

Denn niemand konnte mehr weiter arbeiten, wenn sie ihre Aufgaben nicht erledigte.

 

Mir wurde heute der Zusammenhang deutlich vom Verhalten der Kollegin zu Deutschland klar. Großer Bogen? Ja, stimmt. Aber nicht zu groß. 

 

Ein Mensch mit einem schwachen oder traumatisierten Herzen hat nach allgemeiner Meinung in der alternativen Medizin auch ein schwaches und traumatisiertes emotionales Herz. Denn der Körper folgt der Seele. Wer mehr dazu lesen möchte, dem empfehle ich Louise Hay

Die beschriebene Dame versuchte durch immer wiederkehrendes Räumen ihr Inneres aufzuräumen. Vielleicht unbewusst. Oder bewusst. Versuchte so Aufgaben zu entgehen, die unangenehm schienen, oder auch zu einer Überforderung führten. 

Die seelisch-emotionale Verletzung des Herzens war so groß, dass sie dort nicht hinschauen mochte. Die Angst vor einem erneuten Schmerz war größer und so flüchtete sie sich in Ersatzhandlungen. Blumen gießen, Kaffee kochen für den gesamten Standort, Schränke umräumen....

 

DAS ist auch unser Verhalten hier in Deutschland. Die Verletzung des Volkes, die durch die Zeiten immer wieder getriggert wurde, ist so groß, dass das Volk in Ersatzhandlungen flüchtet. 

 

Nur nicht in die Wunde sehen. 

 

Lieber das Auto waschen. Über die Nachrichten meckern. Konsumieren. Dem Gras beim Wachsen zusehen. Aber bitte nicht hinsehen. Den Schmerz nicht spüren. Das geschwächte kollektive Herz nicht fühlen. 

 

Aber ohne Herz und die Herzenskraft kann keine Heilung geschehen. Ohne Heilung bleiben die Schatten so groß, dass man die Stärke des deutschen Volkes nicht erkennen kann. 

 

Die Dänen haben Hygge, die Holländer Geselligkeit. Und wir?

 

Köterrasse ohne Kultur? 

Bei weitem nicht. 

 

Große Literatur haben wir hervorgebracht. Unzählige Brotsorten. Bier nach Reinheitsgebot. Syntetisches Benzin im Krieg. Autobahnen. Kindergärten. Tanz, Malerei und wundervolle deutsche Sänger. Um nur Einiges zu nennen.

 

Immer, wenn die Deutschen etwas von Herzen machen, ist es erfolgreich. Seit 2015 ist nun aber das kollektive deutsche Herz in seiner Wunde erneut getriggert. Und damit schwach. So kann nichts gelingen. Kein Wandel, keine Regierungsbildung, kein friedliches Miteinander. Alles bleibt im Kopf.

 

Und wir verzetteln uns. Lassen uns spalten. 

 

Also ist die einzige Lösung: Heilung des kollektiven deutschen Herzens. 

 

Und was liegt dann dahinter? 

 

Der großartigste Erfindergeist. Die schönsten Vorgärten. Die strukturiertesten Arbeitsabläufe in Firmen. Die beste Bioqualität bei deutschem Gemüse. Die glücklichsten Kinder. Denn alles, was Menschen in Deutschland aus dem Herzen tun, ist erfolgreich. 

 

Denn sie lieben es.

 

Die Dänen haben also Hygge, die Holländer Geselligkeit und wir, wir haben HERZ.

 

Und deshalb lieben so viele Deutsche Hunde. Hunde zählen in der Krafttiermedizin als Herzöffner. Als treue und loyale Begleiter.

 

Gleiches zieht Gleiches an.