alte Strukturen - Renditezeit

Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und es ist Wochenende. Viele Dinge lösen sich in diesrn Tagen auch unterstützt durch den kräftigen Vollmond. Unterschiedliche Menschen erzählten mir in dieser Woche ähnliche Beobachtungen. Fassen wir es zusammen. Eine Geschichte will her. Es war einmal.....


 .....rein hypothetisch natürlich - ein Weltkonzern. Starke Produkte, landesweit bekannt, bei jedem geschätzt. In jedem Haushalt vorhanden. Eine Marke mit emotionaler Bindung bei den Menschen, stark vertreten in den Medien. Rein fiktiv heuert man bei selbigem Unternehmen an, guten Mutes und mit einer interessanten Aufgabe. Sanierung ist das Thema, wegräumen der Altlasten und Neuaufstellen. Das dauert. Das weiss man. Eine Strategie wird entwickelt und verabschiedet, dem Erfolg steht nichts im Wege - finden zumindest vordergründig alle Beteiligten. So weit, so gut.


Dann passieren für Sanierungen typische Dinge. Überlaufende Kosten, mehr als gedacht werden "gefunden". Strukturen sind noch weniger vorhanden, als vermutet und Personal kämpft um seine Komfortzone. Mit Augenmaß, aber konsequent wird der Weg von den beauftragten Protagonisten gegangen. Bis mehrere Keyplayer wegbrechen (müssen). Auch das kennt man aus solchen Situationen. Und nun die Überraschung in unserem hypothetischen Beispiels für unseren Protagonisten. Die internationale Top-Führungsebene reagiert nicht mit Augenmaß. Sondern mit den Strukturen der Eliten. Rendite muß her. Mitten im Sanierungsprozess. Shareholdervalue....

Pressen bitte. 


Und dann zeigt sich das System in seiner ganzen "Pracht". Es geht nicht um Menschen, nicht um Arbeitsplatzsicherung, nicht um wirklich nachhaltige Neuausrichtung. Es geht ums goldene Kalb. Das der Spitze selbstverständlich. Alle Argumente um Nachhaltigkeit der Sanierungsbemühungen werden mit "das ist egal" und "das ist jetzt eben so" entkräftet. Die emotionale Befindlichkeit der Beteiligten wechselt von irritiert über hilflos bis distanziert verständnislos. Rendite um jeden Preis ohne die Verfolgung der zuvor vereinbarten Strategie. Alle Mann kehrt. Ganz offen. Was schert denn das Geschwätz von gestern. 


Und an dieser Stelle unterbrechen wir die fiktive und dennoch typische Situation dieser Unternehmen. Eine (vordergründige) Vereinbarung wird getroffen, die am Ende dem goldenen Kalb namens Geld geopfert werden soll. Und das soll möglichst schnell fliessen. Egal wie. Und egal auf wessen Kosten. Da wird auch mal der ein oder andere Mitarbeiter verheizt oder top down mit neuen Entscheidungen versorgt, wenn es nicht schnell genug geht. Gemeinsames Ringen um die beste Lösung unerwünscht. Das geduldige Verfolgen der Strategie wird dem schnellen Ergebnis geopfert. Mach oder geh.


Diese Verfahrensweise kennen wir alle aus dem beruflichen Umfeld, aus dem Spitzensport und auch aus der Politik. Lippenbekenntnisse, die im Verlaufe von Entwicklungen das Papier nicht wert sind, auf dem sie stehen. Die Weigerung Menschen zuhören zu wollen, die mahnend auf fehlerhafte Entwicklungen aufmerksam machen möchten und damit dem Erfolg des Ganzen dienen wollen. Doch wie begegnet man einem Gegenüber, der für jegliche Argumente unerreichbar ist?


Wie verfährt man da? Aufgeben? Das Schwert rausholen und sich duellieren? 


Ich glaube, der Weg ist ein anderer, egal in welchem gesellschaftlichen Bereich.


Die hier von mir ausgedachte, aber immer wieder berichtete Geschichte zeigt uns doch leider, wie fest die alten Strukturen noch zu sein scheinen. Das heisst aber auch, das ein jeder von uns seine Strategie, wie er mit dem alten System und den damit verbundenen verkrusteten Strukturen umgehen will, anpassen sollte. Und dies ohne viele Reibungsverluste im Außen, die Kraft kosten. Ohne sich verbiegen zu müssen. Das ist nicht immer einfach, je nach Position in diesem "Spiel". 


Vielleicht geht es wie folgt:


Absolute Disziplin bei der Erledigung der eigenen inneren Arbeit mit dem Ziel der Resonanzlosigkeit damit man im Außen unangreifbar ist, 


Kompromisslosigkeit bei der Durchsetzung von ethischen Werten der neuen Zeit in der eigenen Umgebung,


Fokussierung auf die Gemeinschaft um die Kräfte der neuen Zeit zu bündeln.


Ja, jeder von uns unterliegt Sachzwängen. Meint er könne sich nicht befreien davon, weil der Preis zu hoch sei. Also folgt man lieber angeordneten aber falschen Entscheidungen, ist man still anstatt aufzustehen und stopp zu rufen, ergibt sich direkt dem System oder kämpft offen dagegen. Es lohnt aber nicht, sich in kräfteraubenden Kämpfen mit dem etablierten alten System zu verlieren. Und damit die alten Strukturen zu stärken, die sich daran nähren. Ein Gegenüber, der jeglichem Gespräch und Austausch gegenüber unerreichbar ist, verdient keinen Platz in unserem Leben. Dieser Jemand will in der Regel seine Pfründe sichern und sicher nicht für eine gemeinschaftliche und nachhaltige, aber vielleicht nicht in Quartalszahlen abbildbare Entwicklung zugunsten Aller aufgeben. Und dazu dient das überall sichtbare Top down Prinzip in der Wirtschaft, im Sport und der Politik.


Schauen wir also lieber auf das, was wir uns wünschen und gestalten wir mittels unserer Schöpferkräfte unsere Lebenswirklichkeit im Außen. Legen wir die Angst vor unser eigenen Mächtigkeit und Größe ab.  Dann verschwinden diese alten menschenverachtenden Strukturen von alleine. 


Und das goldene Kalb auch.